Von Vue nach Worldmachine und wieder zurück
Vues Möglichkeiten um ein Terrain mit natürlichen Erosionseffekten zu versehen sind bescheiden. Wer sein Gelände erodieren will, hat zwar die Auswahl zwischen verschiedenen Erosionsarten, doch lassen sich diese nicht einstellen. Einmal angewendet lassen sie sich nur noch per Undo-Befehl zurücknehmen. Ganz anders wirken hier die mächtigen Erosions-Devices in Worldmachine. Sie bieten unzählige Einstellmöglichkeiten. Dieses Tutorial befasst sich mit dem Workflow zwischen Vue und Worlmachine. Die Kombination beider Programme werden hier genutzt um noch realistischere Ergebnisse zu erzielen. Beginnen wollen wir mit dem Export einen prozeduralen Terrains nach Worldmachine.

Von Vue nach Worldmachine
Um ein prozedurales Gelände exportieren zu können gilt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Prozedurale Gelände sind Auflösungsunabhängig. Sie bestehen nicht, wie die Standardterrains, aus eine festen Anzahl von Polygonen, sondern werden erst beim rendern erstellt. Wer schon einmal probiert hat ein prozedurales Terrain zu exportieren wird gemerkt haben, dass es nicht funktioniert. Das Gelände muss erst in eine Standardterrain umgewandelt werden. Für mein Beispiel habe ich mir ein prozedurales Gelände erzeugt und im Geländeeditor aus dem Funktionsordner Terrains Altitudes die Funktion Martian Plateaus geladen. Über die Zufallsfunktion habe ich mir einen interessanten Geländeabschnitt erzeugt, den ich nun nach Worldmaschine exportieren möchte.
Bevor ich jetzt mein Gelände in ein Standardgelände umwandele muss die Auflösung des Terrains erhöht werden. Je höher die Auflösung, umso besser wird die Qualität meines Terrains. Ich wähle die maximale Auflösung von 4096x4096. Dieser Prozess ist sehr rechenintensiv. Ihr müsst einen Kompromiss zwischen der Rechenleistung eures PC und der gewünschten Auflösung finden.
Nach dem die Auflösung erhöht ist, kann das Prozedurale Gelände in ein Standardterrain umgewandelt werden. Das passiert in dem ihr die Terraineigenschaft einfach von Prozedural auf Standard umstellt.

Jetzt kann das Terrain exportiert werden. Von den vielen Exportformaten ist ein hochaufgelöstes Bildformat das Richtige. Ich entscheide mich für das Tif-Format in 16bit. Ein Format, das Worldmachine sowohl importieren, als auch exportieren kann.

Nun könnt ihr Vue verlassen und wir wechseln zu Worldmachine.
Worldmachine
Grundsätzliches zur Bedienung von WM findet ihr in den Einführungstutorials. Um unser exportiertes Gelände in WM zu bekommen, benötigen wir das File Input-Device, zu finden unter den Generatoren. Leicht erkennbar an der grünen Diskette.

Ein Doppelklick auf das Device öffnet ein Eigenschaftsfenster in das wir über den Load-Button nun das Gelände laden. Ihr könnt hier die Größe, als auch die Höhenwerte anpassen. Für dieses Tutorial lassen wir alle voreingestellten Werte so wie sie sind.
Bevor ich an das Umgestalten meines Geländes gehe, verbinde ich das Input-Device mit dem Output-Device. Das muss nicht unbedingt sein, aber es erleichtert mir das verschalten mit den anderen Devices, da ich sie nur noch in die Verbindung einhängen muss. Ich hole mir nun aus dem Natural-Toolset das Erosions-Device und schalte es zwischen Input- und Output.

Das Erosions-Device erzeugt fluviale Erosionen, so wie sie Wasser durch Wind und Wetter an Berghängen schaffen. Ihr könnt hier die Presets verwenden oder selbst Einstellungen vornehmen. Meine findet ihr im Screenshot.

Zum Anfang empfehle ich Proberechnungen in geringer Auflösung. Die könnt ihr in den Welteinstellungen von Worldmachine festlegen. Natürlich könnt ihr alle Möglichkeiten von Worldmachine nutzen um das Terrain zu verändern. Wie etwa Thermale- oder Küstenerosion oder das Schnee-Devise, mit dem ihr Schnee auftragen könnt. Genauso kann über den Layoutgenerator eine Fahrbahn in euer Gelände geschnitten werden.

Und wieder zurück....
Sind eure Geländearbeiten abgeschlossen, könnt ihr das Gelände aus WM wieder exportieren. Berechnet es in der größtmöglichen Auflösung 4096x4096 bei mir, denn mehr kann Vue sowieso nicht. Speichert es wieder in einem hochauflösenden Format. Ich nehme wieder Tiff in 16bit.

In Vue könnt ihr nun euer verbessertes Gelände importieren. Einmal als Prozedurales Terrain, wie ich es hier schon beschrieben habe. Ihr könnt natürlich auch ein Standardterrain erzeugen. Im Terraineditor setzt ihr es am besten zurück, erhöht dann die Auflösung und lädt dann über das Bild-Icon euer Terrain.

Soweit zur Verfahrensweise. Hier noch meine Ergebnisse.
Standardgelände 4096x4096 vor der Bearbeitung in Worldmachine:

und das gleiche Gelände nach dem Re-Import aus Worldmachine:

gerendert in Vue mit Defaultmaterial
